Depression im Alter
Depression

13 Dez Depression im Alter

Depression im Alter

Jeder Mensch ist zeitweise bedrückt, die Älteren oft noch häufiger als die Jungen. Nimmt die Schwermut aber zu und kommen noch andere Symptome dazu, kann es sich um eine Krankheit handeln, die im Alter neben einer Demenz am zweithäufigsten vorkommt: Die Depression. Oftmals ist es für die Angehörigen von vielleicht bereits pflegebedürftigen Menschen sehr schwer, zu unterscheiden, ob es sich dabei „nur“ um eine normale gelegentliche Verstimmung oder um etwas Schwerwiegenderes handelt. Zunächst stellt sich aber eine andere Frage:

Was ist eine Depression?

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die durch bestimmte Kernsymptome gekennzeichnet ist:
• gedrückte Stimmung
• Freud- und Interessenverlust
• Antriebsminderung
• Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit
• Ängste
• Schuldgefühle
• Rückzugstendenzen
Halten diese Symptome mindestens zwei Wochen an, sollte der betroffene Mensch bei einem Arzt vorstellig werden.

Depression

Was sind die Ursachen für eine Depression – speziell im Alter?

Im höheren Lebensalter kommen häufig mehrere Ursachen zusammen, die Traurigkeit und Schwermut verursachen können. Sei es die eintretende Rente (und das damit verbundene Gefühl, vielleicht nicht mehr „wichtig“ zu sein), die geringere finanzielle Absicherung, der Tod des Lebenspartners bzw. der Lebenspartnerin oder eines geliebten Haustieres und/oder körperliche Gebrechen. Sogar sehr häufig klagen ältere Menschen zunächst über körperliche Beschwerden (werden z.B. pflegebedürftig und benötigen Hilfe von außen) und Ängste ohne zu ahnen, dass vielleicht eine Depression hinter ihren Beschwerden steckt. Auch besteht die Gefahr, dass die Depression eigentlich gar keine Depression ist sondern eher eine Demenz – die Symptome sind am Anfang oft ähnlich bzw. überschneiden sich.

Was kann man tun bei Verdacht auf eine Depression?

Wenn ein pflegender Angehöriger oder eine nahestehende Bezugsperson ahnt, dass den Beschwerden des älteren Menschen eine psychische Krankheit zugrunde liegt, ist es wichtig, sich zunächst an den Hausarzt zu wenden. Dieser kann die betroffene Person gegebenenfalls an einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie überweisen. Häufig werden dann zur Symptombesserung Antidepressiva eingesetzt sowie eine Psychotherapie angestrebt. Nutzen Sie auch regionale Angebote sich über die Krankheit Depression zur informieren! Unterstützung im häuslichen Umfeld ist ebenfalls eine wichtige Komponente, um eine Entlastung des alten Menschen zu erreichen. Lebt jemand zum Beispiel alleine, kann es gut sein, einen ambulanten Pflegedienst oder eine 24h-Pflegekraft zu engagieren, um ihn im Alltag zu unterstützen. Weiterhin kann ein gewisses Maß an Sport und Bewegung oder eine Beschäftigung mit Hobbys sinnvoll sein.
Reichen die ambulanten Unterstützungs- und Therapiemöglichkeiten nicht aus, ist eine intensivere Behandlung in einer Klinik notwendig.

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Was können Angehörige oder pflegende Bezugspersonen tun?

Zunächst ist es wichtig, sehr geduldig mit der erkrankten und vielleicht auch pflegebedürftigen Person zu sein. Die Betroffenen sind oft sehr verzweifelt und ziehen sich von Aktivitäten und der Umwelt zurück, vieles wird negativ gesehen und bemängelt. Häufig haben diese Menschen auch mit Schuldgefühlen zu kämpfen und sind abweisend gegenüber Hilfsangeboten. Angehörige und nahestehende, pflegende Bezugspersonen sollten dem Kranken immer wieder klarmachen, dass er eine Krankheit hat, die heil- und gut behandelbar ist. Wichtig dabei ist eine gute, tragfähige Beziehung, die Hoffnung vermittelt. Zu beachten ist ebenfalls, dass es keinen Sinn macht, den depressiven Menschen mit gut gemeinten Argumenten davon überzeugen zu wollen, dass seine Gefühle objektiv nicht richtig sind – die negative Einstellung ist Teil des Krankheitsbildes und wird sich erst mit der richtigen Behandlung wieder geben.
Angehörige und pflegende Bezugspersonen müssen während der Betreuung des kranken Familienmitgliedes unbedingt auf ihre eigenen Ressourcen achten und sich gegebenenfalls selbst Hilfe von außen (z.B. von sozialpsychiatrischen Diensten, 24h-Pflegekräften, Pflegediensten) holen. Weiterhin sollten sie sich ein stabiles soziales Umfeld schaffen und ihre Hobbys pflegen. Die Belastung, sich längerfristig um einen depressiven Menschen kümmern zu müssen, ist nicht zu unterschätzen. Kein Mensch kann sich ständig nur um andere kümmern, ohne dabei selbst auszubrennen!
Mit gut gemeinten Ratschlägen an die kranke oder pflegebedürftige Person sollten Angehörige vorsichtig sein. Es nützt leider nichts, dem Kranken zu sagen, er solle sich „zusammenreißen“. Er kann diesen Wunsch leider krankheitsbedingt nicht erfüllen und versinkt stattdessen vielleicht noch eher in Schuldgefühlen. Gut ist es, wenn Angehörige oder pflegende Bezugspersonen den Betroffenen immer unterstützen, sobald er Eigeninitiative zeigt.
Im akuten Stadium einer Depression sollte der Betroffene keine einschneidenden Zukunftsentscheidungen treffen – die Depression beeinflusst die Sichtweise des Kranken grundsätzlich negativ und erlaubt keine realistische Einschätzung bzw. Abwägung von Optionen. Hier ist es sinnvoll, lieber abzuwarten, bis eine Besserung des Krankheitszustandes eintritt.
Die Angehörigen und pflegenden Bezugspersonen sollten immer offen für ein Gespräch mit dem Kranken sein, ohne ihn dabei zu überfordern. Wenn er den Wunsch nach Rückzug hat, sollte man ihm diesen auch gewähren, ohne das Verhalten persönlich zu nehmen. Wer an der Krankheit Depression leidet, zieht sich oft zurück. Dies hat nichts mit den Angehörigen oder pflegenden Bezugspersonen persönlich zu tun – es ist einfach auch Teil des Krankheitsbildes.
Wenn diese Empfehlungen zuzüglich einer guten medikamentösen bzw. ärztlichen Unterstützung umgesetzt werden können, ist der Betroffene sicherlich bald wieder auf einem guten Weg in Richtung Genesung.

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